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Schädlinge an Sukkulenten: Wollläuse entfernen, ohne die Pflanze zu beschädigen

Die weiße watteartige Masse in den Ritzen deiner Sukkulente besteht aus Wollläusen. Erfahre, wie du den Schädling vom natürlichen Wachsbelag der Echeveria unterscheidest, wo Alkohol hilft, warum Seife und Öl Geldbaum und Echeveria schaden, wie du Wurzelläuse erkennst und wann eine Pflanze verloren ist.

von Bloom 13 Min. Lesezeit
Schädlinge an Sukkulenten: Wollläuse entfernen, ohne die Pflanze zu beschädigen

Der häufigste Schädling an Sukkulenten ist die Wolllaus, eine weiße watteartige Masse, die sich in den Ritzen zwischen den Blättern versteckt. Wenn du sie anstupst, bewegt sie sich langsam, und sie hinterlässt klebrige Blätter. In den meisten Fällen lässt sich die Pflanze retten. Isoliere den Topf noch heute, berühre jedes Insekt mit einem Wattestäbchen mit 70%igem Isopropylalkohol und wiederhole das jede Woche, bis zwei aufeinanderfolgende Kontrollen komplett fundfrei bleiben.

Bei Echeverien und anderen Sukkulenten mit bläulich-weißem Belag solltest du weder Seife, Öl noch Alkohol auf die gesamte Pflanze sprühen. Dieser Puder ist eine natürliche Wachsschicht, die sogenannte Pruina, und solche Mittel können diese Schutzschicht vom Blatt ablösen.

Kurze Zusammenfassung:

  • Wollläuse bilden Wattebäusche in Ritzen und am Blattansatz. Pruina ist ein feiner, gleichmäßiger Puderbelag, der das ganze Blatt bedeckt.

  • Ein Wattestäbchen mit höchstens 70%igem Isopropylalkohol, das punktuell nur auf das Insekt getupft wird, eignet sich für fast jede Sukkulente.

  • Teste jedes Mittel an einem einzelnen Blatt und warte 1 bis 2 Tage ab, bevor du die ganze Pflanze behandelst.

  • Der Geldbaum und einige andere Sukkulenten reagieren empfindlich auf insektizide Seifen und Öle.

  • Welkt die Pflanze trotz feuchter Erde und tritt weiße Watte aus dem Abzugsloch aus, können Wurzelläuse die Ursache sein: Nimm die Pflanze aus dem Topf und kontrolliere die Wurzeln.

Wollläuse an Sukkulenten: So erkennst du sie

Die Wolllaus ist laut der NC State Extension ein weichschaliges, saugendes Insekt mit ovalem Körper von bis zu 3 mm Länge. Ein weißes Wachs, das an Mehl oder Watte erinnert, bedeckt ihren Körper. Sie saugt den Pflanzensaft und scheidet Honigtau aus, eine zuckerhaltige Flüssigkeit, die das Blatt klebrig und glänzend macht. Auf diesem Honigtau wächst Rußtau, ein Pilz, der schwarze Flecken bildet.

Sukkulenten gehören zu den bevorzugten Zielen dieses Schädlings. Die Royal Horticultural Society (RHS), die Gartenbaugesellschaft des Vereinigten Königreichs, führt Kakteen und Sukkulenten unter den am häufigsten befallenen Pflanzen auf. Die Extension der University of Wisconsin nennt den Geldbaum und Kakteen als bevorzugte Wirtspflanzen der Zitrusschmierlaus, einer Art der Wollläuse.

Suche an folgenden Stellen mit der Taschenlampe deines Smartphones:

  • Tief in der Rosette (den blumenförmig angeordneten Blättern wie bei der Echeveria), genau in den Zwischenräumen, wo die Blätter nahe am Stamm übereinanderliegen.

  • In den Blattachseln, dort wo das Blatt auf den Stängel trifft. Das ist das Hauptversteck beim Geldbaum und anderen dickstängeligen Sukkulenten derselben Gattung Crassula.

  • An den trockenen unteren Blättern, die dicht auf der Erde aufliegen.

  • Am Topfrand, im Untersetzer und am Abzugsloch.

Drei Merkmale bestätigen den Befall: Der weiße Wattebausch verbirgt darunter einen ovalen Körper. Berührst du ihn mit einem Zahnstocher, bewegt er sich langsam. Zudem klebt das Blatt unterhalb des Nests und weist manchmal schwarze Rußtauflecken auf. Ein Wattebausch ganz ohne Insektenkörper ist meist ein Eigelege. Die Iowa State University beschreibt diesen Eisack als ein Wachsgebilde mit 300 oder mehr gelblichen bis orangefarbenen Eiern.

Geldbaum mit weißen Wattebäuschen von Wollläusen in den Blattachseln und einem von Honigtau glänzenden Blatt mit schwarzen Flecken
Wollläuse an einem Geldbaum: Weiße Wattebäusche sammeln sich am Übergang vom Blatt zum Stängel, und das Blatt darunter glänzt vor Honigtau mit winzigen schwarzen Rußtauflecken. Zur Illustration erstelltes KI-Bild.

Viele nennen dieses Insekt „weiße Blattlaus“, aber die Blattlaus ist ein anderes Tier, birnenförmig und ohne die wattige Wachsschicht. Bei Echeverien haben Wollläuse ihr eigenes Profil mit Symptomen und Behandlung:

Weißer Belag auf der Echeveria oder Wollläuse?

Der bläulich-weiße Reif auf vielen Echeverien ist Pruina, oft auch Farina genannt: eine natürliche Wachsschicht, die die Pflanze selbst auf ihren Blättern bildet. Die NC State beschreibt beispielsweise Echeveria elegans als eine Art mit weiß bepuderten Blättern. Pruina ist keine Krankheit und wird nicht behandelt.

Am sichersten unterscheidest du beide anhand von Form und Verteilung des weißen Belags.

Merkmal

Pruina (natürliches Wachs)

Wollläuse

Form

Gleichmäßige, feine und durchgehende Schicht

Lockere, bauschige Watteflocken mit Fäden an den Rändern

Vorkommen

Gleichmäßig auf dem gesamten Blatt, beidseitig

In Ritzen, Blattachseln und an der Blattbasis

Darunter

Das eigentliche Blatt

Ein ovaler Körper von bis zu 3 mm Länge

Beim Anstupsen

Rührt sich nicht

Körper krabbelt langsam davon

Klebriges Blatt

Nein

Ja, durch Honigtau

An neuen Blättern

Bereits beim Austrieb vorhanden

Taucht plötzlich und punktuell auf

Die Pflege von Echeverien verlangt Vorsicht bei allem, was mit dem Blatt in Berührung kommt. Die UConn Extension der University of Connecticut warnt davor, dass Spülmittel die Wachsschicht der Blätter auflösen kann. Derselbe Bericht weist darauf hin, dass auch insektizide Seife solche Wachsschichten bei anderen Pflanzen beschädigen kann. Auf einer Sukkulente mit Pruina tupfst du den Alkohol daher ausschließlich mit einem Wattestäbchen direkt auf das Insekt und sprühst niemals die gesamte Pflanze ein.

Nahaufnahme einer bläulichen Echeveria mit glatter Pruina und unregelmäßigen weißen Wattemassen von Wollläusen in den Ritzen der unteren Blätter
Der Unterschied an derselben Pflanze: Pruina ist der glatte, bläuliche Puderbelag, der alle Blätter gleichmäßig überzieht; Wollläuse sind die hellere, verklumpte weiße Watte tief in den Ritzen am Stängel. Zur Illustration erstelltes KI-Bild.

Keine der befragten Fachstellen hat untersucht, ob sich abgeriebene Pruina auf demselben Blatt jemals neu bildet. Gehe sicherheitshalber davon aus, dass entfernte Pruina auf diesem Blatt verloren ist, und reibe niemals über das Blatt. Neue Blätter aus dem Rosettenzentrum wachsen wieder mit ihrer eigenen schützenden Wachsschicht nach.

Wollläuse an Sukkulenten entfernen: Schritt für Schritt

Du benötigst Isopropylalkohol (aus der Apotheke oder dem Elektronikfachhandel), Wattestäbchen, einen Zahnstocher aus Holz, einen weichen Pinsel und einen Müllbeutel. Die erste Behandlung dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Danach genügen 10 Minuten pro Woche.

  1. Isoliere die Pflanze noch heute. Wollläuse wandern laut der University of Wisconsin von Pflanze zu Pflanze, sobald sich die Blätter berühren. Nimm den Topf aus dem Regal, trenne ihn von gemeinsamen Untersetzern und stelle ihn in einen anderen Raum.

  2. Mache den Verträglichkeitstest an einem Blatt. Betupfe ein einziges Blatt mit Alkohol und warte 1 bis 2 Tage ab. Die Wisconsin Extension empfiehlt diesen Vortest, da Gewebeschäden oft erst nach ein bis zwei Tagen sichtbar werden.

  3. Entferne die Insekten mit dem Wattestäbchen. Tränke das Wattestäbchen mit höchstens 70%igem Isopropylalkohol und berühre jedes Insekt sowie jedes Eipaket direkt. Für enge Ritzen in der Rosette wickelst du etwas Watte um die Spitze des Zahnstochers. NC State, Iowa State und Wisconsin empfehlen das alkoholgetränkte Wattestäbchen für leichten Befall.

  4. Schneide stark befallene Partien ab. Vertrocknete Blätter oder Stängelspitzen voller Gespinste entfernst du komplett. Entsorge sie direkt in einem fest verschlossenen Müllbeutel: Wisconsin betont, dass Wollläuse auf Schnittresten überleben, solange diese noch feucht sind.

  5. Säubere den Topf von außen. Fahre mit dem Wattestäbchen über den Topfrand, das Wasserabzugsloch und den Untersetzer, wo sich ebenfalls Eier verstecken.

  6. Behandle früh morgens oder am späten Nachmittag. Halte die Pflanze von direkter Sonne fern, bis die Blätter vollkommen getrocknet sind. UConn rät davon ab, insektizide Seifen bei über 32 °C oder bei starker Nachmittagssonne aufzubringen, da die Pflanzen sonst rasch verbrennen. Halte diese Vorsichtsmaßnahme auch beim Alkohol ein. Sobald die Blätter trocken sind, bleibt die Pflanze in Isolation an einem Standort mit den Bedingungen aus unserem Ratgeber über optimales Licht für Sukkulenten.

  7. Wiederhole den Vorgang jede Woche. Das Wattestäbchen erreicht nicht alle vom Wachs geschützten Eier, und laut NC State dauert es 6 bis 10 Wochen, bis eine neue Generation herangewachsen ist. Beende die Kur erst, wenn zwei wöchentliche Kontrollen hintereinander komplett schädlingsfrei waren.

Unser Ratgeber über Wollläuse an Zimmerpflanzen erläutert den Entwicklungszyklus vom Ei zum adulten Tier und warum eine einzige Behandlung niemals ausreicht.

Alkohol, Seife oder Öl: Was verträgt welche Sukkulente?

Ist der Befall zu weit fortgeschritten für die manuelle Tupfmethode, kommt eine Sprühbehandlung infrage – hier gehen die Expertenmeinungen auseinander. In einer Beratung von Ask Extension, einem Netzwerk US-amerikanischer Agrarexperten, wurde empfohlen, einen ganzen Geldbaum mit 70%igem Alkohol einzusprühen. UC IPM, das Pflanzenschutzprogramm der University of California, verdünnt Alkohol zum Sprühen hingegen auf 10 bis 25 % mit Wasser. Unser Ratgeber empfiehlt die verdünnte Variante: Sie tötet Wollläuse bei Kontakt zuverlässig ab und minimiert das Risiko von Blattschäden.

Das Sprühen eignet sich ausschließlich für Sukkulenten mit glatten Blättern ohne Pruina wie den Geldbaum. Bei bläulichen Echeverien bleibst du beim Wattestäbchen, auch wenn es mehr Geduld erfordert.

Insektizide Seifen und Öle erfordern noch mehr Umsicht. UConn führt den Geldbaum und „einige Sukkulenten“ auf der Liste jener Pflanzen, die durch insektizide Seife Schaden nehmen können. In einer Frage auf Ask Extension berichtete jemand, dass nach dem Sprühen mit Neemöl etwa ein Drittel der Blätter eines Geldbaums abfielen. Die Fachberaterin antwortete, dass Neemöl Sukkulenten wie den Geldbaum schädigen kann. Die Extension der Mississippi State University bestätigt ebenfalls, dass manche Pflanzen empfindlich auf Öle reagieren.

Falls du bereits Neemöl gesprüht hast und die Wollläuse trotzdem da sind, hat das Öl die versteckten Tiere in den Ritzen vermutlich schlicht nicht benetzt. Seife und Öl wirken rein über den Kontakt, und Wisconsin warnt davor, dass in den Verstecken meist viele Behandlungen nötig werden. Setze das Öl ab, lass die Pflanze einige Tage ruhen und wechsle zur Punktbehandlung mit Alkohol.

Spülmittel ist kein Ersatz für insektizide Seife. UConn erklärt, dass es Fette lösen soll und dadurch die natürliche Wachsschicht des Blattes zerstören kann – bei einer Echeveria bedeutet das den dauerhaften Verlust der Pruina.

Wurzelläuse: Wenn der Schädling im Topf sitzt

Wurzelläuse leben im Substrat und saugen direkt an den Wurzeln, weshalb man sie meist zu spät entdeckt. Laut NC State sind sie 1,5 bis 3 mm groß, haben einen bläulich-weißen Körper mit pudrig-weißem Wachsbelag und verleihen der Erde einen bläulichen Schimmer. Beim Gießen können sie durch das Abzugsloch gespült werden und Nachbartöpfe befallen.

Schöpfe Verdacht, wenn deine Sukkulente ohne ersichtlichen Grund welkt oder vergilbt, obwohl du richtig gießt. Weitere typische Anzeichen sind:

  • weiße watteartige Spuren rund um das Abzugsloch,

  • weiße Puderflecken direkt an den Wurzeln oder an der inneren Topfwand,

  • Pflanzen, die während der eigentlichen Wachstumszeit im Wachstum stocken.

Die University of Wisconsin weist darauf hin, dass man den Befall oft nur sicher bestätigen kann, indem man den Wurzelballen aus dem Topf nimmt und die Wurzeln kontrolliert. Bei Sukkulenten geht das ganz unkompliziert: Lass die Erde austrocknen, lege den Topf auf die Seite und ziehe die Pflanze vorsichtig an der Stammbasis heraus.

Wisconsin betont außerdem, dass ein Wurzelbefall besonders schwer zu bekämpfen ist und das Entsorgen der Pflanze oft die pragmatischste Lösung darstellt. Möchtest du eine Rettung versuchen, gibt es von keiner der befragten Fachstellen eine spezielle Schritt-für-Schritt-Anleitung für Sukkulenten. Das schonendste Vorgehen für die Pflanze sieht so aus:

  • Befreie die Wurzeln vollständig von der alten Erde und entsorge diese im geschlossenen Müll, niemals in anderen Pflanztöpfen.

  • Schneide Wurzeln ab, die faulig wirken oder dick mit weißem Pulver überzogen sind.

  • Lass die Pflanze an einem schattigen, luftigen Ort ohne Substrat liegen, bis die Schnittstellen abgetrocknet sind.

  • Topfe sie in einen neuen Topf oder den gründlich mit Wasser und Seife gereinigten alten Topf mit frischem, trockenem Substrat ein.

  • Halte die Pflanze streng isoliert und kontrolliere wöchentlich das Abzugsloch.

Hinweise zur Substratwahl und dem richtigen Zeitpunkt für die ersten Wassergaben findest du in unserer Anleitung Sukkulenten richtig gießen, die dir zeigt, wann die Erde wirklich trocken ist.

Systemische Insektizide: Wann sie sich lohnen

Ein systemisches Insektizid wird über die Wurzeln aufgenommen und verteilt sich mit dem Saftstrom in der gesamten Pflanze. Die NC State hält diese Methode für die verlässlichste Bekämpfung von Wollläusen, da das Mittel auch versteckte Schädlinge erreicht, an die Spritzbrühen nicht herankommen. Mississippi State betont, dass die Wirkung über den Boden zwar langsam einsetzt, dafür aber lange anhält.

Die RHS stuft systemische Mittel als besonders umweltschädlich unter den Pestiziden ein, da sie lange aktiv bleiben und Nutzinsekten töten. In der Antwort zum Geldbaum riet Ask Extension vom Einsatz systemischer Mittel ab. Verwende bei einer Sukkulente im Haus ein systemisches Insektizid erst, wenn wochenlange Behandlungen mit dem Wattestäbchen erfolglos blieben, und nutze ausschließlich ein für Zierpflanzen zugelassenes Produkt gemäß der Packungsbeilage.

Wann eine Sukkulente nicht mehr zu retten ist

Trenne dich von der Pflanze, wenn die Gespinste die Stammbasis sowie fast alle Blattachseln überwuchern oder sie bereits den Großteil ihrer Blätter abgeworfen hat. RHS, Iowa State, Wisconsin und Mississippi State betonen übereinstimmend, dass das Entsorgen bei extrem starkem Befall meist einfacher ist, als jede einzelne Wolllaus zu bekämpfen. Dieser Schritt schützt vor allem deine übrigen Zimmerpflanzen.

Bei Sukkulenten kannst du die Pflanze oft noch über saubere Stecklinge retten. Schneide eine Kopfpartie oder ein einzelnes Blatt ohne jedes Gespinst ab, prüfe die Teile mit einer Taschenlampe und säubere kleinste Winkel vorsorglich mit einem alkoholgetränkten Wattestäbchen, bevor du sie setzt. Entsorge danach die Mutterpflanze mitsamt ihrer Erde. Schritt-für-Schritt-Anleitungen findest du in unserem Ratgeber Sukkulenten vermehren.

Halte den Steckling separat und prüfe ihn mindestens 4 Wochen lang wöchentlich ganz genau. Schon ein einziges übersehenes Ei in einer Spalte genügt für einen Neubefall.

Weitere Schädlinge an Sukkulenten

Wollläuse treten zwar am häufigsten auf, sind aber nicht das einzige Problem. Allgemeine Zimmerpflanzenschädlinge behandelt unsere Übersicht über Schädlinge an Zimmerpflanzen; hier listen wir die spezifisch für Sukkulenten dokumentierten Schädlinge auf. Die NC State nennt Blattläuse, Schildläuse, Spinnmilben und Wollläuse als gelegentliche Schädlinge am Geldbaum (Crassula ovata). Bei Echeveria elegans rät sie zur Wachsamkeit gegenüber Wollläusen, Blattläusen und Rüsselkäfern.

Schildläuse

Schildläuse zeigen sich als feste braune oder beige Schilde an Stängeln und Blättern, die sich nicht bewegen. Die NC State nennt braune Schildläuse an Kalanchoe und Geldbaum. Der feste Schild schützt das Insekt vor Spritzmitteln, weshalb du sie am besten mit dem Fingernagel oder einem Holzstäbchen abkratzt. Unser Ratgeber über Wollläuse stellt beide Läusearten im direkten Vergleich gegenüber.

Blattläuse

Blattläuse sind birnenförmige, grüne, schwarze oder rötliche Insekten, die sich in dichten Kolonien an jungen Trieben sammeln. An Kalanchoen beobachtet die NC State Blattläuse an Blüten und Blättern. Auch sie scheiden klebrigen Honigtau aus. Gegenmaßnahmen findest du in unserem Ratgeber über Blattläuse an Pflanzen.

Spinnmilben

Die Rote Spinne oder Gemeine Spinnmilbe ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Laut der RHS zeigt sich der Befall durch feine helle Sprenkelungen auf der Blattoberseite, gelegentlich begleitet von zarten Gespinsten. Die RHS hebt hervor, dass heiße, trockene Luft und dicht gedrängte Pflanzen den Befall begünstigen. Der Ratgeber zu Spinnmilben erklärt die gezielte Bekämpfung.

Trauermücken

Trauermücken sind 3 bis 4 mm große, dunkle Mücken, die rund um den Blumentopf schwirren. Die RHS erklärt, dass sie sich in feuchter Erde vermehren und ihre Larven vor allem tote Wurzeln sowie organisches Material fressen, ohne gesunde, etablierte Pflanzen anzugreifen. An Sukkulenten deuten sie meist auf zu viel Feuchtigkeit hin: Lass das Substrat zwischen den Wassergaben gut abtrocknen. Wie du sie loswirst, erfährst du im Ratgeber über Trauermücken.

Dickmaulrüssler

Dickmaulrüssler sind Käfer, deren weiße, C-förmig gekrümmte Larven die Wurzeln von Topfpflanzen abfressen. Die RHS zählt Sedum-Arten zu den gefährdeten Pflanzen, und die NC State führt Rüsselkäfer auch bei Echeveria elegans an. Wenn deine Sukkulente welkt und sich beim Anheben völlig wurzellos aus der Erde hebt, suche im Substrat nach den typischen weißen Larven.

So beugst du einem erneuten Wolllausbefall vor

  • Neue Pflanzen mindestens 1 Monat in Quarantäne stellen. Die RHS empfiehlt diesen Zeitraum, weil Eier und Nymphen (die Jungstadien der Wollläuse) oft wochenlang unbemerkt bleiben. Die University of Wisconsin schlägt etwa 1 Woche vor; dieser Ratgeber übernimmt die sicherere, längere Empfehlung der RHS, um die gesamte Schlupfzeit abzudecken. In den allermeisten Fällen schleppt man Wollläuse über neu gekaufte Pflanzen ein.

  • Prüfe die Wurzeln vor dem Kauf oder vor dem Zusammenstellen mit anderen Pflanzen. Hebe den Wurzelballen aus dem Topf und halte Ausschau nach weißem Pulver an den Wurzeln und an der inneren Topfwand.

  • Dünge nicht zu stark. Wisconsin erläutert, dass Wollläuse mastiges, weiches Gewebe bevorzugen, und rät dazu, Stickstoffüberschuss zu vermeiden. Wie viel Nährstoffe deine Pflanze braucht, zeigt der Ratgeber zum Thema Sukkulenten richtig düngen.

  • Entferne abgestorbene untere Blätter. Sie dienen Wollläusen und ihren Gelegen direkt über dem Boden als ideales Versteck.

  • Bekämpfe Ameisen. Laut der NC State tragen Ameisen Wollläuse gezielt von einer Pflanze zur nächsten.

  • Sobald die Pflanze befallsfrei ist, kontrolliere die Blattachseln alle 2 Wochen. Früh entdeckt macht eine kleine Kolonie kaum Arbeit: Das Wattestäbchen beseitigt alle Tiere, bevor sich Eigelege ausbreiten können.

Weißt du nicht genau, welche Sukkulente du pflegst, lässt sich schwer beurteilen, ob sie eine schützende Pruina besitzt oder wie ein Geldbaum empfindlich auf Seifen reagiert. Fotografiere deine Pflanze einfach mit der Bloom App für das iPhone: Sie bestimmt die Art per Foto und zeigt dir die genauen Pflegeanforderungen. Wie du Gattungen anhand der Blüte erkennst, erfährst du unter Sukkulenten an der Blüte bestimmen. Alles rund um Licht, Wasser und Erde findest du im ausführlichen Leitfaden zur Pflege von Sukkulenten.

Häufig gestellte Fragen

Tötet Spülmittel Wollläuse an Sukkulenten?

Spülmittel ist keine insektizide Seife und für Sukkulenten ungeeignet. Die UConn Extension warnt davor, dass Spülmittel Fette lösen soll und die Wachsschicht des Blattes angreifen kann, wodurch die Pruina einer Echeveria zerstört wird. Verwende gegen Wollläuse stattdessen ein Wattestäbchen mit maximal 70%igem Isopropylalkohol und betupfe gezielt nur die Schädlinge.

Tötet Alkohol Wollläuse?

Isopropylalkohol tötet Wollläuse bei direktem Kontakt ab, wie NC State, Iowa State und die University of Wisconsin bestätigen. Er muss das Insekt direkt benetzen, dringt jedoch nicht durch die schützende Wachswatte der Eigelege. Wiederhole die Anwendung deshalb wöchentlich, bis zwei aufeinanderfolgende Kontrollen absolut schädlingsfrei bleiben. Teste den Alkohol vorher an einem einzelnen Blatt und warte 1 bis 2 Tage ab.

Verschwinden Wollläuse von selbst wieder?

Nein. Im warmen Innenbereich vermehren sich Wollläuse das ganze Jahr über und wandern von Topf zu Topf, sobald sich Blätter berühren. Die RHS betont, dass Pflanzen einen kleinen Befall zwar überstehen, die Population ohne Eingreifen jedoch rasant wächst. Eine frühzeitig behandelte, kleine Kolonie lässt sich schnell eindämmen; behandle dennoch wöchentlich mit dem Wattestäbchen weiter, bis zwei Prüfungen in Folge befallsfrei sind.

Ist es gefährlich, Wollläuse anzufassen?

Die konsultierten Fachstellen sehen keine Gesundheitsrisiken für den Menschen beim Berühren von Wollläusen. Die Gefahr betrifft deine Pflanzen: Mit den Fingern überträgst du Eier und Nymphen mühelos auf andere Töpfe. Wasche dir nach dem Berühren befallener Sukkulenten gründlich die Hände, bevor du andere Pflanzen anfasst.

Sind „weiße Blattläuse“ an Sukkulenten in Wahrheit Wollläuse?

Fast immer. Die Bezeichnung „weiße Blattlaus“ wird im Alltag meist für Wollläuse verwendet – die ovalen, von weißem Wachs überzogenen Schädlinge in den Blattachseln. Echte Blattläuse sind birnenförmig, besitzen keine wattige Wachsschicht und sitzen gesellig an Triebspitzen und Knospen. Weiße Wachswatte und träge Bewegungen deuten auf Wollläuse hin; grüne, schwarze oder rötliche Tierchen an Neuaustrieben sprechen für Blattläuse.

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